Farbe/Farbe ?

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w.schmid
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Farbe/Farbe ?

Beitrag von w.schmid » 19.03.2006, 19:47

Hallo Liste,

auch wenn ich der Meinung bin: "quod libe licet", stört es mich nach längerem Lesen dieser Liste doch zunehmend, wenn Farbe auf Farbe trifft :lol: .

Nun habe ich in ein paar Fällen gesehen, wie man das in der Praxis umgeht:
ein z.B. blauer Balken auf Rot wird mit feinen Goldlinien eingefasst.
Fernwirkung ist blau/rot, erst ganz aus der Nähe sieht man, dass da noch ein Metallfaden dazwischen ist... 8)

Was soll man davon halten:
* lieber gleich Farbe auf Farbe: Augen zu und durch - durch die Kritik der Heraldiker? Wenn mir blau-rot gefällt wird es eben so?
* oder "regelgerechtes" Schummeln?
Grüße aus Köln!

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Claus J.Billet
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hm...

Beitrag von Claus J.Billet » 19.03.2006, 20:11

@ w.schmid

Wenn die beiden Farben durch einen "goldenen Faden" getrennt sind, dürften eigentlich keine Einwände bestehen :!: :lol:
www.Wappen-Billet.de
M.d.IDW.
M.d.WL.
M.d.HGW.
M.d.MWH.
M.d.H.

Joachim v. Roy
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Beitrag von Joachim v. Roy » 19.03.2006, 21:13

Es sei jedoch der Hinweis gestattet, daß es Regionen gibt, in denen es nicht als Regelverstoß erachtet wird, wenn Farbe auf Farbe trifft. So war zum Beispiel in POMMERN die – slawisch oder wendisch beeinflußte - Farbkombination rot-blau bereits im Mittelalter überaus beliebt (Kinderspruch: „rot-blau – Polenfrau“). In Blau einen roten Krebs führten z.B. die uradeligen v. Bergelasen auf der Insel Rügen, auch finden sich in den alten Wappen der pommerschen Städte Stettin, Pölitz und Pasewalk die roten Greifenköpfe im blauen Feld.

Wenn demnach ein Nachfahre einer pommerschen Familie heute ein Wappen stiftet, in dem die rote Farbe unmittelbar auf die blaue trifft, dann würde ich dies – ausnahmsweise - nicht als Regelverstoß ansehen.

MfG

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Markus
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Beitrag von Markus » 19.03.2006, 21:54

Unabhäng davon ob es in bestimmten Landstrichen Eigenheiten gegeben hat oder nicht, lautet doch eine grundlegende heraldische Regel: Keine Farbe auf Farbe, kein Metall auf Metall. Davon sollte nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden.

Das diese Regel damit außer Kraft gesetzt wird, dass man z. B. ein Heroldbild entsprechend besäumt entspricht allerdings heraldischer Tradition. Dagegen ist nichts einzuwenden. Das hat nichts mit "schummeln" zu tun.
Heraldische Grüße
Markus

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derkleinefux
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Beitrag von derkleinefux » 19.03.2006, 22:02

Neben diesen rein formalen Erwägungen sollte aber die praktische Seite nicht vernächlässigt werden.
Ist bei der gewählten faktischen Farb / Farb Kombination alles noch deutlich und trennscharf zu erkennen? (Und siehts schön aus? ;-)
Beste Grüße,
Dietrich Kirschner

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Markus
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Beitrag von Markus » 19.03.2006, 22:12

Die Frage nach der Erkennbarkeit ist berechtigt. Ob es schön aus sieht, liegt, wie es hier immer so nett deklariert wird, im Auge des Betrachters.
Heraldische Grüße
Markus

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